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STD – Sexual Transmitted Desease

Der Begriff steht für sexuell übertragbare Erkrankungen, von denen jeder Mensch, der sexuell aktiv ist, betroffen sein kann.

In den letzten Jahren zeigt sich eine deutliche Zunahme der bekannten STDs wie Syphilis (Lues) und Tripper (Gonorrhoe) und der weniger bekannten wie des Lymphogranuloma venereum.
Gerade letztere Erkrankung wird zunehmend bei sexuell aktiven homosexuellen Männern mit Beschwerden im After- und Enddarm (Anorektalbereich) nachgewiesen. Da es sich um eine bisher wenig bekannte Krankheit handelt, vergehen oft Monate bis zur Diagnosestellung.
Mit Hilfe molekularbiologischer Laboruntersuchungen ist es heute einfacher geworden, den Erreger Chlamydia trachomatis nachzuweisen und eine Behandlung z.B. mit Doxycyclin einzuleiten.

Aufgrund der zunehmenden Resistenzentwicklung unter Gonokokken (Erreger der Gonorrhoe/Tripper) ist vor Behandlung ein Resistenztest/Antibiogramm sinnvoll. Im Rahmen dieser Untersuchung erfolgt derzeit auch eine molekulargenetische Untersuchung von multiresistenten Gonokokken um zu klären, ob es sich um einzelne genetisch verwandte Bakterienklone oder bereits um eine weiter verbreitete Resistenz unter Gonokokken handelt. Diese Untersuchungen werden im Rahmen eines Forschungsprojektes durch das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Oberschleißheim durchgeführt.

Auch an Krankheiten wie die Krätze (Scabies) die durch engen Körperkontakt übertragen wird und einen heftig juckenden Hautausschlag verursachen kann, muss bei unklaren Hautveränderungen gedacht werden.

Die Herpes-Infektion ist eine der häufigsten Ursachen für genitale meist schmerzhafte Hautveränderungen. Im Zweifel kann hier durch immunfluoreszenzmikroskopische oder PCR-Untersuchung die Diagnose gesichert werden.

Das frühzeitige Erkennen und Behandeln von HPV (Humanen Papilloma Viren) induzierten Feigwarzen und bowenoiden Warzen im Anogenitalbereich, kann eine mögliche Ausbreitung und Entartung (Entstehung von Krebs) verhindern.

Bei bestehendem Immundefekt im Rahmen einer HIV-Infektion, können oben beschriebene Erkrankungen einen untypischen Verlauf nehmen. Bei Beschwerden im Mund- und Rachenraum wird häufig nicht rechtzeitig an das Vorliegen einer STD gedacht!