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Hepatitis C – Therapie

Therapieziel

Ziel der Therapie ist die definitive Heilung der Erkrankung. Diese wird durch den fehlenden Nachweis des Hepatitis C-Virus im Blut mindestens 3 Monate nach Behandlungsende bestätigt. Nach Ausheilung der Hepatitis C entsteht kein immunologisches Gedächtnis, so daß man sich erneut mit dem Virus infizieren kann.

Akute Hepatitis C

Wird die Diagnose der Erkrankung in diesem frühen, akuten Stadium gestellt (innerhalb von 6 Monaten nach der Virusübertragung), werden zunächst engmaschig das Befinden und die Blutwerte des Patienten kontrolliert.

Die Empfehlungen hinsichtlich einer Therapie in diesem frühen Stadium der Infektion sind momentan nicht eindeutig und werden derzeit weltweit in groß angelegten Studien untersucht. Durch die erst kurz zurückliegende Marktzulassung von neuen, potenten und sehr nebenwirkungsarmen Medikamenten zur Therapie der chronischen Hepatitis C ist das althergebrachte Vorgehen, nämlich die Verabreichung einer Therapie mit Interferon-alfa (eventuell zusätzlich Ribavirin) über 24 Wochen während der akuten Phase weitgehend verlassen worden und wird nur noch in Ausnahmefällen eingesetzt. Der Einsatz der neuen Medikamente in dieser Phase der Erkrankung ist bislang aufgrund fehlender Zulassung noch nicht durchführbar und daher nur in Studien möglich. Es wird erwartet, dass in absehbarer Zeit auch für diesen Indikationsbereich eine Zulassung erteilt werden wird.

Chronische Hepatitis C

Frühestens 6 Monaten nach erfolgter Ansteckung mit dem Hepatitis C-Virus spricht man von einer chronischen Hepatitis C-Infektion mit sehr geringen Chancen auf eine spontane Ausheilung, so daß die Durchführung einer antiviralen Therapie zur Viruselimination diskutiert werden sollte.

Mit der Zulassung von Sofosbuvir (Handelsname Sovaldi) in Europa im Januar 2014 wurde die Therapie der chronischen Hepatitis C revolutioniert. Zu Beginn der Zulassung wurde das Medikament in Form einer Triple-Therapie mit den althergebrachten Standardmedikamenten, besteht aus den beiden Wirkstoffen Interferon-alfa und Ribavirin, verabreicht. Bereits unter dieser Kombination waren die Heilungsraten sprunghaft angestiegen (NEUTRINO-Studie, Heilung bis  91% beim Genotyp 1).

Seither wurden weitere, potente, direkt antiviral wirkende Substanzen in Europa und weltweit zugelassen, so daß die Therapie der Hepatitis C hoch effektiv, interferonfrei und im Regelfall ohne nennenswerte Nebenwirkungen durchgeführt werden kann. Zum aktuellen Zeitpunkt kann der Behandler aus einer vergleichsweise umfangreichen Bandbreite von Medikamenten für alle Hepatitis C-Genotypen die individuell für jeden Patienten abgestimmte Therapieform auswählen.

Bestimmte Faktoren, die während der Interferon-Ära einen maßgeblichen Einfluss auf den Ausgang der Therapie nahmen, wie genetische Eigenschaften (z. B. der IL28b-Status), Virusmenge, Alter, Körpergewicht und Begleiterkrankungen (z. B. HIV), beeinflussen die Heilungschancen unter den neuen Therapeutika nicht wesentlich.